Wartung und Reinigung

Von Zeit zu Zeit sowie vor jeder präzisen Messung sind Steckverbinder und Kabel optisch zu prüfen und bei Bedarf zu reinigen.

Reinigung der Steckverbinder

Um gröbere lose Partikel abzulösen sollte (ölfreie!) Druckluft verwendet werden. Der Luftstrom kann zu einer elektrostatischen Aufladung des Kabels führen welches den VNA Testport zerstören kann. Im Anschluss an die Reinigung ist also ein Entladen des Kabels sicherzustellen. Alternativ zur Druckluft hat sich auch ein kleiner Pinsel bewährt.

Verunreinigungen welche sich nicht so leicht ablösen lassen, sowie das Gewinde werden mit einem mit Isopropanol getränkten Wattestäbchen gereinigt. Dieses darf dabei nur leicht feucht sein um das Eindringen des Alkohols in das Dielektrikum zu verhindern. Würde dort Ispropanol eindringen, würde dieses als zusätzliches Dielektrikum die elektrischen Eigenschaften des Steckverbinders verändern.

Fehlerhafte Kabel erkennen

Das Koaxialkabel ist auf Druckstellen, Quetschungen und Abschürfungen zu kontrollieren. Bei deutlich sichtbaren Beschädigungen ist das Kabel auszutauschen, Druckstellen können beispielsweise zu einer erhöhten Reflexion führen.

Bei Multiflexkabel oder handformbaren Semi-Rigid ist das Kabel zusätzlich auf einem Bruch des Außenleiters zu prüfen. Gerade Multiflexkabel können, sofern Sie nur mit einem Schrumpfschlauch als Knickschutz versehen sind, am Übergang Steckverbinder-Kabel sehr leicht brechen und sind damit unbrauchbar. Ein Knickschutz aus einer thermoplastischen Umspritzung oder auch insbesondere unsere Metallhülsen verhindern dies sehr effektiv.

Bei Präzisionssteckverbindern wie 3,5 mm kommen bei unsachgemäßer Verwendung gelegentlich verbogene Innenleiter vor, die nicht mehr zentrisch sind. Auch ein solches Kabel ist als defekt einzustufen und sollte nicht mehr verwendet werden.

Innenleitertoleranzen der Steckverbinder (SMA, 3.5mm und ähnliche)

Der Abstand zwischen der Referenzebene eines Steckverbinders und der „Kontaktschulter“ des Innenleiters wird mit der Innenleitertiefe erfasst. Die Innenleiterschulter kann dabei bezüglich der Referenzebene hervorstehen (protrusion) oder zurückgesetzt (recession) sein.

Im Normalfall muss die Innenleiterschulter einige µm (ca. 5…50 µm bei 3.5 mm Verbinder) zurückgesetzt sein. Eine vorstehende Innenleiterschulter kann dagegen den weiblichen Innenleiterkontakt beschädigen und ist daher nicht zulässig. VNA Testkabel sollten von Zeit zu Zeit geprüft werden ob die Innenleiter noch die notwendigen Toleranzen einhalten, auch ein regelmäßiger Test der Transmission und Reflexion sowie eine Reinigung ist sinnvoll.

Bei der Serie SMA sind die Innenleitertoleranzen großzügiger (typ. 0-250 µm recession, keine protrusion) und die Position des Innenleiters kann sich beim Bewegen des Kabels, durch Temperaturänderungen als auch im Laufe der Zeit auch durchaus etwas verschieben. Soll nun ein 3,5 mm VNA Testport (oder das DUT Ende eines 3,5 mm VNA Testkabels) mit einem steckkompatiblen SMA Steckverbinder verbunden werden, besteht die Gefahr einer Beschädigung des 3,5 mm Steckverbinders. Die Innenleitertoleranz des SMA Steckverbinders sollte daher, wenn das Kabel mit der Serie 3,5 oder 2,92 mm verbunden werden soll, zuvor immer mit einer Messuhr (connector gage) geprüft werden. Kabel mit SMA Steckern bei welchen die Innenleiterschulter bereits mit dem Auge erkennbar über die Referenzebene steht, sollten sofort ausgetauscht werden.

Kabeltest am VNA

Wenn Sie über einen Netzwerkanalysator verfügen, sollten Sie das Kabel bei der Gelengenheit auch gleich bezüglich Reflexion und Transmission testen.